Systemtheorie
Die Systemtheorie hat - ähnlich wie die Psychoanalyse - das Denken des 20. Jahrhunderts maßgeblich beeinflußt.
Väter der Systemtheorie sind in den vierziger und fünfziger Jahren u.a. der Kybernetiker Norbert Wiener,
der Biologe Ludwig von Bertalanffy, der Kybernetiker Heinz von Förster, deren Ideen aber schon bald Einzug
in die Sozialwissenschaften, Philosophie und die Psychologie hielten und dort u.a. von Niklas Luhmann, Gregory Bateson,
Ilya Prigorine, de Shazer, Paul Watzlawik aufgegriffen und weiterentwickelt wurden.
Das Konzept eines Systems beruht darauf, daß ein komplexes Ganzes Eigenschaften hat, die sich auf das Ganze
beziehen und bedeutungslos sind in Bezug auf die Teile, die das Ganze zu einem Ganzem machen. Das Konzept
impliziert die Annahme, daß sich die Realität in Hierachieebenen abspielt: also vom Atom zu Molekülen zu
Zellen zu Organen zum Organismus. Außerdem spielt die Frage des Überlebens/der Anpassung eine Rolle: das
hierachisch organisierte Ganze mit seinen hervortretenden Eigenschaften kann prinzipiell in seiner sich
verändernden Umgebung überleben, wenn es Möglichkeiten der Kommunikation und der Kontrolle hat, die es
ihm ermöglichen, sich an Erschütterungen aus der Umwelt anzupassen. Die Idee eines
adaptiven Ganzen, das in einer verändernden Umwelt überleben kann, ist die Essenz
des systemischen Denkens.
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